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Gelb-Rot-Blau (1925)

(Öl auf Leinwand; 128,0 x 201,5 cm)

Bildbeschreibung

Das Bild kann in zwei Bereiche eingeteilt werden:

Den linken Bildbereich beherrschen die Gelbtöne. Zentraler Fixpunkt ist das im leicht getrübten Zitronengelb stehende Rechteck. Angrenzende orange, ocker und braune Farbtöne bilden den Übergang zum dunkleren Bereich des Bildes.

Das geschwächte rote Kreuz, welches von einem violetten Gebilde überlagert wird, steht etwas rechts der Mittelachse des Bildes. Das transparente violette Gebilde erinnert an eine Mondsichel und bilden den farblichen Übergang zum blauen Kreis. Dieser ist grossflächig mit schwarz abgedunkelt. Hier im dunkleren Farbbereich des Bildes gibt es auch grössere für sich stehende schwarze Formen: schwarzer Kreis / schwarzer Stock mit vier Fähnchen / zwei Striche mit drei durchziehenden Bögen und lurenähnliche Gebilde.

Ein graues Viereck steht zwischen diesen Farbwelten - es liegt starr über einer orange-gelben Wolke. Diese beginnt das Viereck zu zersetzen. Scheinbar wahllos hebt sich ein schachbrettgemustertes Viereck vom grauen Viereck ab. Solche Vierecke finden sich auch auf dem violetten Mondgebilde: ein kleineres, welches im Violett zu versinken droht, und ein grösseres, das in den Bildvordergrund herausragt.

Alle beschriebenen Bildgegenstände sind eingebettet von gelb-grauen Wolken in der rechten Bildhälfte und einem violett-weissen Wolkenband am unteren Bildrand. Am linken oberen Bildrand sieht man violett-weisse und verschmutzte gelbe Wolkenstreifen. Der restliche Bildgrund ist mit hellem himmelblau aufgefüllt. Oberhalb einer gelb-schwarz umrandeten grauen Sonne scheint der Himmel sich über den Bildrand hinaus zu erstrecken.

 Interpretation

Der Titel folgt dem Bildaufbau (von links nach rechts): "Gelb-Rot-Blau". Zwischen dem "Gegensatzpaar Gelb und Blau" schiebt sich ein konfliktdämmendes Rot (wäre das rot von gleicher Intensität wie das Zitronengelb, würde es die Kontrastwirkung verstärken). Das transparente Violett mildert das Rot. Das Blau ist so "tief" und dunkel, dass die umliegende schmutziggelbe Wolke die Farbe des Kreises nicht verändern kann. Dies gilt ebenso für das vom hellbraun zum ocker übergehende Viereck, das sich auf dem Kreis befindet. Das Blau des Kreises findet sich am oberen Rand des Rechtecks wieder. Dort hängt an einem hellblauen Rechteck, in dem sich ein gelb-weisser (ausgeblichenes Gelb) Kreis befindet, ein blauer Balken. Dieser entfärbt das gelbe Rechteck auf seiner gesamten Breite. Zwei kleine Quadrate zeigen erneut das "kämpfende" Paar: blau und gelb.

In den drei Beispielen zieht das Blau so stark in die Tiefe, dass das Gelb "verdrängt wird" bzw. verschwindet. Nur die gelb-schwarz-graue Sonne hat neben dem Hellblau Bestand. Ähnlich wie bei der Bühnenkomposition "Der gelbe Klang" kommt es hier zum "Kampf zwischen den Farben" Gelb und Blau. In "Gelb-Rot-Blau" scheint der "übermächtig intensive" Kreis die Oberhand zu gewinnen.

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