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Das Ende

Zurück in L.A. fühlte Jim Morrison allmählich deutlich den Stress seines persönlichen Chaos. Miami wollte ihn ins Gefängnis stecken und Elektra verlangte ein neues Studioalbum. Er hatte seinen Ruf als sexy Rockikone verloren, was ihn nicht besonders schmerzte, aber er merkte, dass einige der engsten Freunde der Doors sich von ihm während des Prozesses losgesagt hatten. Er war verärgert, dass die Presse Miami benutzt hatte, ihn als Clown darzustellen, anstatt den Prozess als Anklage zur Verteidigung der freien Meinungsäusserung in den Künsten zu nehmen. Er wurde als Dichter noch nicht vollständig ernstgenommen.

Als ob Jim Morrison nicht von seiner durch den Prozess wieder aufgewühlten Vergangenheit genug gehabt hätte, setzte Elektra der Sache die Krone auf und veröffentlichte im November rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft die erste Greatest-Hits-Compilation der Doors. Auf dem Cover "13" war ein grosses Foto vom Jim Morrison abgebildet, das ihn auf dem Höhepunkt seiner Zeit als "Young Lion/Lizard King" zeigte.

Einen besseren Zeitpunkt für Jim Morrison den Blues zu singen, gab es wohl nicht. Die Doors versammelten sich im Doors Workshop, um an neuen Ideen zu arbeiten. Als die Band schliesslich begann, das gesammelte Material in Form zu bringe, um ein "Blues-Album" daraus zu machen, riefen sie Paul Rothchild hinzu, um ihre Arbeit zu begutachten - doch der Blues, der schon bald in der Luft lag, war nicht der, den sie erwartet hatten. Der Produzent Rothchild hatte die Band durch ihre ersten fünf Alben hindurch geleitet und wurde als fünftes Mitglied der Doors angesehen, wurde aber durch das langsame, deprimierende Tempo bei den Proben zu "L.A. Women" zunehmend frustrierter und entschloss sich schliesslich das Album nicht zu produzieren. Rothchild hatte bei der Produktion von Janis Joplins "Pearl" allerbeste Erfahrungen gesammelt und konnte sich nicht auf die niedergedrückte Stimmung einlassen, die sich bei den Doors breitmachte. Schliesslich übernahm der langjährige Toningenieur Bruce Botnick die Arbeit im Produzentensessel und das Album entwickelet sich relativ gut. Es wurde recht schnell fertggestellt und im April 1971 veröffentlicht.

Am 8. Dezember nahm Jim Morrison einige neue Gedichte auf, die nach seinem Tod, unterlegt mit Musik seiner ehemaligen Bandmitglieder, unter dem Titel "An American Player" veröffentlicht wurden. Am 12. Dezember 1970 gaben die Doors ihr letztes Livekonzert. Nach "Riders On The Storm" schleuderte Jim Morrison den Mikrophonständer in die Menge, bricht dann zusammen und fällt in John Densmores Schlagzeug. Anfang März des folgenden Jahres flog er zu Pam Courson (seiner langjährigen Freundin) nach Paris. Bereits im letzten Sommer hatte sie dort nach einer passenden Wohnung für sich und Jim Morrison Ausschau gehalten und im repräsentativen vierten Arrondissement in der Rue Beautrilly Nr. 19 etwas Passendes gefunden. Der letzte der Doors, der mit Jim Morrison sprach, war John Densmore. Er bekam im Juni 1971 einen Anruf aus Paris. Jim fragte, wie sich "L.A. Women" verkaufen würde und war sehr erfreut als John ihm erzählte, dass die Platte ein Hit sei. (Das Album erreichte die Nummer 9 in den Billboard-Chartsund brachte bemerkenswerterweise den Doors ihre achte Gold- beziehungsweise Platinauszeichnung in Folge ein.) Jim Morrison berichtete enthusiastisch über Paris und deutete John ebenfalls an, dass er Interesse an weiteren Aufnahmen mit den Doors habe.

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