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Der Tod von Jim Morrison

Der Tod von Jim Morrison, immer wieder tauchen neue Spekulationen über seinen vorgetäuschten Tod in Paris 1971 auf. Was geschah in jener Nacht zum 3.Juli, man kann nur wage Vermutungen aufstellen. Zeitzeugen und Freunde aus Paris schweigen. Hat Jim Morrison seinen Tod nur vorgetäuscht ? Starb der er an einer Überdosis Heroin, oder führte Herzversagen zu seinem Tod? Was sich am 3.7.1971 in Paris ereignete kann nur sehr, sehr wage rekonstruiert werden, aller Wahrscheinlichkeit hat es sich wie folgt ereignet:

Am Freitag, dem 2. Juli 1971, verliess Jim wahrscheinlich um die Mittagszeit herum seine Wohnung, um Jonathan Dolger in New York ein Telegramm zu schicken, in dem er darum bat, den Umschlag seines Gedichtbandes The Lords And The New Creatures zu ändern. Er wollte nicht, dass der Verlag für die Gestaltung des Umschlags sein Popstar-Image ausschlachtete; das Buch sollte ganz eigenständig als eine Sammlung neuerer Gedichte eines kürzlich entdeckten, aber ziemlich unbekannten kalifornischen Dichters auf den Markt gebracht werden, nicht als das Werk des Leadsängers der erfolgreichen Rockband The Doors. Eine kühne Hoffnung wenn es nach dem Willen der Marketing-Abteilung ging, dann sollte auf dem Umschlag des Gedichtbandes das wild-schönste Foto von Jim zu sehen sein, das man finden konnte.

Etwas später am Tag traf Jim sich mit Alan Ronay, und sie gingen spazieren. Es war Anfang Juli und ein warmer, sonniger Tag. Wahrscheinlich machten sie in verschiedenen Strassencafes halt und bummelten durch die Stadt. Alan fand, dass Jim krank und müde aussah. Jim bekam einen hartnäckigen Schluckauf, der ungefähr eine Stunde lang anhielt. Schliesslich gingen sie zu Jims Wohnung zurück und nahmen beim Hinaufgehen ein paar Holzscheite aus dem Hof mit. Jim fand das Tragen anstrengend und hatte Schwierigkeiten, die Treppe bis in den dritten Stock hochzusteigen. Es ist nicht ganz klar, wann Alan an diesem Abend nach Hause ging.

Nach Pamelas Aussage ging Jim an diesem Abend allein essen, wohl zwischen 19.30 Uhr und 20 Uhr. Da er allein war, ass er vermutlich in einem Restaurant in der Nachbarschaft. Als er zurückgekommen war, gingen Pam und er ins Kino, wo sie sich um 23 Uhr die Spätvorstellung von "Death Valley " ansahen. Nach dem Film gingen sie wieder nach Hause. Es war jetzt etwa 1 Uhr früh am Samstag, dem 3. Juli. Pam ging in die Küche und spulte Geschirr, während Jim seinen Filmprojektor hervorholte und sich einen Super-8-Film anschaute, wahrscheinlich Konzertaufnahmen von den Doors, die er nach Paris mitgenommen hatte. Pam zufolge schien es Jim gutzugehen. Sie fühlten sich beide glücklich und zufrieden. Sie gingen zu Bett und liessen auf dem Plattenspieler im Schlafzimmer noch ein paar Schallplatten laufen. Es war jetzt ungefähr 2.30 Uhr. Etwa eine Stunde später wachte Pam von einem schrecklichen, würgenden oder gurgelnden Geräusch auf, das Jim beim Atmen machte. Sie dachte einen Moment lang, dass er am Ersticken war und versuchte, ihn zu sich zu bringen, indem sie ihn schüttelte und ihm ein paarmal ins Gesicht schlug. Das wirkte, und er wachte endlich auf. Pam fragte, was los sei. Ihr erster Impuls war, einen Arzt zu rufen, es muss also ziemlich schlimm gewesen sein. Jim stand auf und ging im Schlafzimmer umher. Er fühlte sich offenbar unwohl und beschloss, ein Bad zu nehmen, da er dachte, das würde ihn erfrischen oder ihm sonst irgendwie gut tun.

Er liess sich ein Bad ein, doch kaum sass er in der Badewanne, rief er Pamela und sagte, ihm sei schlecht und er müsse sich übergeben. Pam griff nach einer Schüssel und rannte durch den kurzen Flur ins Badezimmer. Sie kniete neben der Badewanne nieder und hielt Jim die Schüssel unters Kinn, während er sich erbrach. Sie spülte die Schüssel im Waschbecken aus, aber dann fing Jim wieder an, sich zu übergeben. Diesmal war Blut in der Schüssel. Sie leerte die Schüssel und spülte sie aus. Jim übergab sich ein drittes Mal. Diesmal war es schlimmer, und er erbrach Blutklumpen.

Pam war sehr besorgt und schlug noch einmal vor, einen Arzt zu rufen. Jim sagte, er fühle sich seltsam, er gebrauchte das Wort "bizarr", aber ihm sei nicht mehr schlecht- er wollte nicht, dass ein Arzt kam. Er sagte zu Pam, sie solle ins Bett gehen, er wurde sein Bad noch beenden und dann ins Bett nachkommen. Pam sagte aus, sie sei beruhigt gewesen und habe den Eindruck gehabt, dass es Jim besser ging, denn er hatte wieder etwas Farbe bekommen. Sie ging wieder ins Bett und schlief sofort ein.

Später wachte sie ganz plötzlich auf, ohne jede Vorstellung, wie lange sie geschlafen hatte. Sie sah, dass Jim nicht ins Bett nachgekommen war, und rannte ins Badezimmer, wo sie ihn bewusstlos in der Badewanne fand. Etwas Blut war ihm aus der Nase gelaufen. Sie versuchte ihn wachzuschütteln, aber es war zwecklos. Dann probierte sie, ihn aus der Badewanne herauszuheben, aber er war zu schwer für sie. Voller Panik stürzte sie ans Telefon und rief Alan Ronay an.

Ronay gab in seiner Aussage vor der Polizei an, er glaube, Pam habe gegen 8.30 Uhr angerufen. Er sagte, sie habe am Telefon geweint und ihn gebeten, sofort vorbeizukommen, weil Jim bewusstlos in der Badewanne hege. Er und seine Freundin, die Filmemacherin Agnes Varda (Demy) seien, so schnell das im morgendlichen Berufsverkehr möglich war, zu Morrisons Wohnung gefahren. Die Feuerwehr erhielt um 9.21 Uhr einen Notruf und war um 9.24 Uhr in der Wohnung (die Feuerwache ist ganz in der Nähe). Dies lässt darauf schliessen, dass Ronay die Feuerwehr erst anrief, als er in der Wohnung war und sah, was los war, oder aber dass Pamela ihn nicht um 8.30 Uhr, sondern erst um 9.20 Uhr anrief. In seiner ersten Aussage gab Ronay an, die Feuerwehrleute seien schon dagewesen, als er kam; in der zweiten sagte er, er habe angerufen, nachdem er Jim in der Badewanne gesehen habe.

Als die Feuerwehr eintraf, wurden sie von der verzweifelten Pamela direkt ins Badezimmer geführt. Sie hievten Jim aus der Badewanne und legten ihn auf den Boden, um sein Herz zu massieren. Es war zu spät. Als Alan Ronay und Agnes Varda ankamen, waren die Feuerwehrleute schon da, aber sie weigerten sich, irgendwelche Fragen zu beantworten. Pam war ausgesprochen erleichtert, als die beiden kamen, denn sie konnte sich nicht mit den Feuerwehrmännern verständigen, weil sie kein Französisch sprach. Nun konnte Ronay als Übersetzer einspringen. Sie sagte, Jim sei tot. Ronay wollte die Leiche nicht sehen, die zu dieser Zeit schon auf dem Bett lag - allerdings widersprach diese Angabe seiner ersten, mündlichen Aussage.

Es war inzwischen 9.25 Uhr. Jetzt kam auch die Polizei, in Begleitung eines neugierigen Nachbarn, Monsieur Chastagnol, der ein Stockwerk tiefer wohnte. Chastagnol ging hinein, um zu sehen, was los war. Er erinnert sich an eine Leiche, die auf dem Boden neben einem Bett lag. Die Leiche trug normale Hauskleidung und schien nicht nass zu sein. Chastagnol berichtet, man habe ihm gesagt, dass Morrison gerade gestorben sei, vermutlich an einer Überdosis Rauschgift. Er wollte nicht länger stören und kehrte in seine eigene Wohnung zurück.

Die Polizeibeamten begannen ihre Ermittlungen damit, dass sie sich in der Wohnung umsahen und die Leiche untersuchten. Sie befragten Pam, Alan und Agnes Varda. Bei der Untersuchung der Leiche stellten sie fest, dass die Totenstarre noch nicht eingetreten war, die Augen halb offen waren und etwas Blut aus dem linken Nasenloch gesickert war. Jims linkes Nasenloch war von einem Blutklumpen verstopft. Er war nackt, und die Polizisten bedeckten seine Leiche nach der Untersuchung mit einer Tagesdecke. Die Feuerwehr ging um 9.47 Uhr wieder, aber die Polizeibeamten blieben und führten die Befragung fort; dann forderten sie Pamela und Ronay auf, später auf die Polizeiwache zu kommen, um offizielle Aussagen zu machen.

Um 14.30 Uhr meldete die Polizei Jims Tod auf dem Standesamt; eine Sterbeurkunde und eine Bestattungsfreigabeurkunde wurden ausgestellt. Um 15.40 Uhr gingen Pam und Alan auf die Polizeiwache, um ihre Aussagen zu machen. Während sie dort waren, blieb Agnes Varda in der Wohnung, um Dr. Max Vassille hereinzulassen, der um 18 Uhr kam. Er untersuchte die Leiche und schrieb sein Gutachten. Pam, Alan und Agnes verbrachten den Abend zusammen; Pamela übernachtete vermutlich in Agnes Vardas Wohnung, wo Alan Ronay zu der Zeit auch wohnte. Jims Leiche blieb auf dem Bett in der ansonsten leeren Wohnung in der Rue Beautreillis liegen.

Am Sonntag, dem 4. Juli, wurde der Polizeibericht aufgesetzt, und es ist anzunehmen, dass Pamela und Alan sich in der Wohnung aufhielten, für den Fall, dass die Polizei noch Fragen hatte. Mit Jims Leiche im Schlafzimmer muss das ein sehr stiller und düsterer Tag gewesen sein.

Am Mittwoch, dem 7. Juli, um 9 Uhr kam ein Leichenwagen mit vier Sargträgern, die den Sarg abholten und ihn zur Beerdigung auf den Pere-Lachaise-Friedhof brachten. Der Sarg wurde in die Grube hinuntergelassen, und ein paar Worte wurden dazu gesprochen. Es war kein Geistlicher anwesend. Jim wurde beerdigt. Die einzigen Trauergäste waren Pam, Bill Siddons, Alan Ronay, Agnes Varda und Robin Wertle, eine andere Freundin. Von Jims Familie war niemand da, die anderen Doors Mitglieder waren nicht anwesend, und es kamen auch keine Fans, die die Anwesenden in ihrer Trauer gestört hätten. Ob Jims Familie zu diesem Zeitpunkt von seinem Tod wusste, wissen wir nicht, aber es ist nicht sehr wahrscheinlich, denn 1971 hatte Jim schon seit längerem kaum noch Kontakt zu seiner Familie gehabt, und das galt wohl auch für seine Freunde und Bekannten. Erst bei ihrer Ankunft in Los Angeles am Freitag, dem 9. Juli, wurde die Presse offiziell benachrichtigt. In einer Pressemitteilung, die das Datum des vorangegangenen Tages trug, an dem sie vermutlich auch geschrieben worden war, wurde der Welt bekanntgegeben, dass Jim Morrison tot war - und schon begraben. Diese Mitteilung erfolge erst jetzt weil diejenigen, die ihm nahestanden und ihn als Menschen liebten, dem öffentlichen Spektakel und der Zirkusatmosphäre entgehen wollten, die auf den Tod von Janis Joplin und Jimi Hendrix folgten.

Wie es sich wirklich ereignete weiss niemand genau, aber aller Wahrscheinlichkeit, ist Jim Morrison tot.

Pam Courson folgte ihm am 25. April 1974 im Alter von 27 Jahren nach einer Überdosis Heroin.

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