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Der Schwalbenschwanz

"Der Schwalbenschwanz"

1980, Öl auf Leinwand

223 x 190 cm

Aus dem Jahr 1983 stammt Dalís letztes Gemälde. Sein Leben nach dem Tod seiner Frau Gala im Juni 1982 war mehr und mehr verdüstert. Doch während Dalí die Nahrung verweigerte, ständiger Gesellschaft bedurfte, schrie und weinte, war er nach dem Tode Picassos (1983) der bekannteste Maler Spaniens. Anfang 1983 schien sich sein Gemütszustand leicht zu bessern. Er begann wieder zu malen und konnte manchmal überredet werden, mit einer Krankenschwester im Garten spazierenzugehen. Oft versuchte Dalí morgens etwas zu malen, bekam einen Wutanfall und warf die Pinsel auf den Bode. Wenn er das Bild dann nachmittags nach seiner Siesta wiedersah, zerstörte er es. Im Januar 1983 gingen auf diese Art elf Leinwände verloren. Aber was malte er? All diese letzten Bilder hatten einen Bezug zur Katastrophentheorie und waren flache, graphische Arbeiten, von denen zwei, Kotelett und Streichholz - Die chinesische Krabbe und sein letztes Gemälde, Der Schwalbenschwanz, das er im Mai 1983 beendete, Anspielungen auf Violinen enthalten - welche eine Anspielung auf die Violinen von Ingres sein könnten.

In der Mitte des Bildes erkennt man den titelgebenden Graph, welcher dem schwungvoll gezeichneten D in Dalís Signatur gleicht, kombiniert mit einem S-förmigen Graph (der beispielsweise die Intensität des Stoffwechsels in einem Gewebe in Abhängigkeit von Sauerstoffzufuhr angibt). Der Schwalbenschwanz erscheint mit der zugehörigen Formel auch schon in einem "vorletzten" Gemälde, dem Topologischen Raub Europas. Formel und Visualisierung (die eigentlich räumlich vorzustellen ist) sind dem Hauptwerk Thoms "Stabilité structurelle et morphogénèse" zur entnehmen:
 
V = x 5/5 V = x 5/5 + ux 3/3 +vx 2/2 + wx

Oberhalb der Graphen sind zwei Zeichen (in Form des zwei F-förmigen Schallloches einer Violine), wobei eines davon spiegelverkehrt gezeichnet ist, so dass sie sich symetrisch gegenüberstehen. Auf der unteren linken Seite des Bildes malt Dalí dieses Zeichnen nochmals, jedoch viermal so gross und in roter Farbe. Am oberen linken Bildrand ist außerdem die Hälfte einer Violine zu sehen.

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