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Die Geburt von "The Doors"

Jim Morrison

Wirklicher Name: James Dougles Morrison

Geburtstag und -ort: 8. Dezember 1943, Florida

Persönliche Kennzeichen: 1,80 m; 66 kg; braune Haare, graublaue Augen

Wohnsitz: ---

Schulen: St. Petersburg Junior College,Florida State U., UCLA

Verheiratet: nein

Instrumente: Leadsänger

James Douglas Morrison wurde am 8. Dezember 1943 in Clearwater an der Westküste von Florida geboren. Sein Vater, ein hoher Marine Offizier, wurde bald nach Jims Geburt an eine Militärbasis im Pazifik versetzt, wo der Krieg der USA gegen Japan tobte, und als er nach Ende des Krieges wieder zu seiner Familie zurückkehrte, zog der noch nicht einmal dreijährige Jim mit seinen Eltern zum ersten Mal um. Schon nach einem halben Jahr in der Hauptstadt Washington hiess es wieder Koffer packen. Diesmal ging es für ein Jahr nach New Mexico. Weiter Stationen des Umzugzickzacks von Jim und seinen jüngeren Geschwistern Ann und Andrew waren Kalifornien, wiederum Washington, Kalifornien, New Mexico, noch einmal Kalifornien und von dort erneut Washington - bis zu seinem fünfzehnten Geburtstag war Jim nicht weniger als achtmal umgezogen. Kaum verwunderlich, dass er der ewig Neue in Nachbarschaft und Schule war und darum keine Möglichkeiten fand Freundschaften zu schliessen. Statt dessen entwickelte er sich zu einem "Chamäleon mit Schultasche", wie ihn einer seiner Biographen nannte. Unsicherheit und fehlendes Selbstvertrauen überspielte er, indem er mal in die Rolle des Klassenclowns und dann wieder in die des Geheimnisvollen, Unnahbaren schlüpfte, dem man besser aus dem Weg ging. Den Platz von Freunden nahmen Bücher ein und schon als Teenager begann er Gedichte und Kurzgeschichten zu schreiben, aus denen Jahre später die ersten Songs der Doors entstanden.

Eines der frühesten Kindheitserlebnisse, an das er sich später erinnerte, ereignete sich während die Familie mit dem damals knapp Vierjährigen in New Mexico unterwegs war und den Schauplatz eines blutigen Verkehrsunfalles passierte: Ein Kleinlaster war mit einem anderen Wagen zusammengestossen, "...und plötzlich waren da all diese Rothäute, lagen auf der Strasse und verbluteten". Jim behauptete später, die Seelen einiger dieser Verstorbenen seien am Unfallort in seinen Körper geschlüpft, "ein Phänomen, das für mich von grosser Bedeutung war".

Jim war aussergewöhnlich begabt. Sehr zum Leidwesen seiner Eltern tat er nur das Nötigste für die Schule und gehörte dennoch zu den Besten seiner Klasse. Die meiste Zeit widmete er seinen geliebten Büchern, dem Schreiben von Gedichte und seiner neu entdeckten Leidenschaft, dem Alkohol. Kurz vor seinem achtzehnten Geburtstag zog er zu seinen Grosseltern nach Clearwater. Im nahe gelegenen St. Petersburg besuchte er das College und danach die Florida State University in Tallahassee. Im Frühjahr 1964 dann machte sich Jim Morrison auf den Weg nach Los Angeles um an der University of California Film- und Theaterwissenschaften zu studieren.

Der Jim Morrison des Jahres, 1964 hatte nur sehr wenig von dem, als der er seinen Fans im Gedächtnis geblieben ist. Er trug immer noch den militärischen Kurzhaarschnitt seiner Kinderzeit und war eher mollig. Das änderte sich schon ein Jahr später: Statt in der Universitätsbibliothek, wo er schon bald einen Job bekommen hatte, sah man ihn jetzt häufig am Strand. Aus dem unförmigen Niemand war ein lebendiges, blauäugiges Abbild von Michelangelos berühmter Skulptur des David geworden, wie sich Eve Babbitz erinnert mit der er eine Zeitlang liiert war.

Der Grund für seine Metamorphose beinahe über Nacht hat drei Buchstaben: LSD. Armeewissen-schaftler hatten diese synthetische Droge ursprünglich entwickelt, um die US-Soldaten im Vietnamkrieg zu vollkommen angstlosen Kampfmaschinen zu machen. Sie fand schnell ihren Weg aus den geheimen Regierungslabors auf die Strassen und weil die Regierung schlecht zugeben konnte, dass sie an ihren Soldaten Drogen getestet hatte, dauerte es eine Weile bis LSD verboten wurde. Im Sommer 1965 war es deshalb nicht nur in Los Angeles ohne Schwierigkeiten zu bekommen. Neben den teilweise langanhaltenden Halluzinationen, die LSD auslöst, dämpft es auch ganz extrem das Hungergefühl. Kein Wunder also, dass Jim Morrison in einem einzigen Sommer fast fünfzehn Kilo verlor.

Seit Studium hatte er bereits hingeschmissen. Ausschlaggebend für diesen Entschluss war die schlechte Benotung eines Kurzfilms gewesen, den er als Semesterabschlussarbeit gedreht hatte. Da ihm mit dem Ende seines Studiums die Einberufung drohte. Tauchte er im Küstenstädtchen Venice bei einem Freund unter, schlug sich mit Jobs durch, schrieb wie ein Besessener Gedichte und experimentierte verstärkt mit Drogen, die er nach eigenem Eingeständnis "wie Bonbons" schluckte.

Jim Morrison in einem seiner ersten Interviews:

Man könnte es glatt für einen Zufall halten, dass ich für meine Arbeit ideal taugte. Ich hatte das Gefühl, als sei ich eine zweiundzwanzigjahre lang gespannte Bogensaite, die auf einmal losgelassen wird. Ich bin erstens Amerikaner, zweitens Kalifornier und drittens Einwohner von Los Angeles. Ideen von einer Revolte gegen die Autorität haben mich schon immer fasziniert. Mir gefallen solche Ideen, die etablierte Ordnung niederzureissen oder umzustürzen. Ich bin interessiert an allem, was mit Revolte, Unordnung, Chaos zu tun hat - vor allem an Aktionen, die keinen Sinn zu haben scheinen.

Das, scheint mir, ist die Strasse zur Freiheit - Revolte nach aussen ist ein Weg, den inneren Frieden zu erlangen. Anstatt innen anzufangen, gehe ich lieber nach aussen - den Geist durch den Körper erreichen.Ich bin Schütze - falls Astrologie irgendwas damit zu tun hat - der Kentaur - der Bogenschütze - die Jagd - aber das wichtigste ist: Wir sind die Doors. Wir sind aus dem Westen. Die ganze Sache ist gewissermassen eine Einladung in den Westen. Der Sonnenuntergang das ist das Ende, die Nacht, das Meer... Die Welt, die wir vorschlagen, ist der Neue Wilde Westen. Eine sinnliche böse Welt. Seltsam und qualvoll, der Pfad der Sonne, versteht ihr? Aufs Ende zu. Zumindest für unser erstes Album. Wir stehen alle am Ende des Tierkreises. Der Pazifik, Gewalt und Frieden, der Weg zwischen den jungen und den Alten. (JM 1965)

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